Samstag, 17. Oktober 2009
I’m sick of doin‘ straight time
Hochverehrtes Publikum (soweit vorhanden),
den Bericht über mein 1989 kann ich jetzt nicht fortführen (später kommt er bestimmt), nicht nur, weil mein Arbeitsvolumen mal wieder ans und übers Limit steigt, auch weil am Montag die Unterzeichnung meines entfristeten Arbeitsvertrags ins Haus steht. Das macht mir schon seit einer Woche Depressionen: Ich fühle mich arbeitsrechtlich festzementiert im Lohndumping-Bereich (solange man da frei oder befristet arbeitet, kann man sich immer noch selber vorlügen, man würde bald woanders arbeiten).
Ich konnte es überhaupt nur aushalten, indem ich nach langer Zeit mal wieder eine aussichtslose Bewerbung auf das behördlich regulierte Bildungswesen losgelassen habe ... man macht sich ja als Mitarbeiter im in der unter- , um nicht zu sagen de-, regulierten „freien“ Bildungslandschaft keine Vorstellung davon, wie überreguliert es da zugeht (ich hab für das vorgeschriebene Online-Duplikat meiner fix und fertigen Bewerbung für die Akten der Schulbehörde drei Stunden gebraucht, für das bloße Eingeben der Daten!) – und wie entspannt die Mitarbeiter dank dieser Unfreiheit arbeiten („... also Frau W. ist heute nicht im Hause. Die müsste sowieso überhaupt nicht kommen – es sind ja Ferien. Aber da wir eine Stellenangebot zum 1.11. laufen haben, guckt sie manchmal für ein paar Stunden rein ...“)
Ich werde wohl bei den Losern und Analphabeten bleiben ...
Eight years in it feels like you gonna die
But you get used to anything
Sooner or later it becomes your life
…. Seit langem nicht gehört, ist Bruce Springsteens “Ghost of Tom Joad” seit ein paar Tagen wieder mein Ein und Alles und Tröster in der Not …

Man sollte mal eine „Ohne-Mutter-und-Kind-Kur“ erfinden: vier Wochen ohne Maloche, ohne Erziehungs- und Beziehungspflichten, am besten ganz ohne menschlich-herzliche Beziehungen – und nur schlafen, essen, lesen, und wenn es langweilig wird, einen Spielfilm gucken. Das ist mein größter Traum im Moment.

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Freitag, 9. Oktober 2009
Machmal hasse ich meinen Job!
zum Beispiel heute:

Wir bekommen 2,35 € pro Teilnehmer und Stunde! Jeden Tag, den einer schwänzt, bekommen wir nicht bezahlt, und deshalb akzeptieren wir manchmal idiotische Entschuldigungen. Das wiederum ermuntert zu noch mehr Schwänzen. Und wir müssen den Teilnehmer rauschmeißen und einen neuen reinnehmen (sofern wir einen auf der Warteliste haben). Dann beginnt das Spiel von vorne. Ich hasse es.

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Dienstag, 15. September 2009
Dessert, Dissertation - oder doch lieber Flucht?

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Freitag, 10. Juli 2009
Kalauer zwischendurch
Natürlich freut es einen, wenn die unfreiwilligen Kalauer Leute lächerlich machen, die ich nicht leiden kann. Hier zwei Beispiele aus meinen Korrekturarbeiten:
• Benjamin von Stuckrad-Baare schaffte mit seinem Roman Soloalbum ein Referenzwerk der neuen deutschen Popliteratur.
• Der Bundeskanzler Schröder bestätigte das Oberhand der Unverzeichlichkeit der Gräueltat über die Kriegsächtung.

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Donnerstag, 25. Juni 2009
Endlich Sommer!

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Dienstag, 23. Juni 2009
Spruch des Tages
Heute im ABC-Kurs Fragen und Antworten geübt, es ging darum, dass man auf "Haben Sie ...?" mit "Ich habe ..." antwortet. Da frage ich A.: "Wie viele Kinder haben Sie?" und er antwortet doch glatt: "Ich habe vier Kinder und eine Tochter."
...
(Man muss dazu wissen, dass der Mann unter dem Pantoffel seiner Frau steht, die in jeder Pause und am Unterrichtsende prompt in der Tür steht. Ob er das dann an seiner armen Tochter auslässt?)

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Dienstag, 16. Juni 2009
Eine neue Geschichte
Vor ein paar Tagen las ich bei "Mumien, Analphabeten, Diebe" die Klage, dass grad rein gar nichts los ist bei den Bloggern. Ich fühlte mich angesprochen: Ja, so ist es - es stockt. Meine Geschichte über die Arbeit mit den Analphabeten in ... - die geht einfach nicht weiter, und ich werd sie auch nicht zuende schreiben. Muss auch nicht. Wenn nur die echte Arbeit mit den Analphabeten weitergeht. Ich freu mich schon auf morgen - nach heute, Bürotag plus zwei Stunden mit gelangweilten Hartz-IV-Jugendlichen, darf ich morgen Gott sei Dank wieder im Alphabetisierungskurs sein.
Was aber das Schreiben betrifft: Nun, die Schublade ist noch voll genug, und wenn keine Zeit und kein Gehirnschmalz für neue Text da ist, werden erstmal die alten verbraten: Es folgt eine kleine Webnovela mit dem titel "Halt auf freier Strecke", die ich Ende der neunziger schrieb. Und wer würde das nicht gern: einfach auf freier Strecke anhalten und alles abbrechen?

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Montag, 27. April 2009
Die DDR - ein "Unrechtsstaat"?
Zu diesem Thema diskutierten gestern bei Anne Will Experten: Wolfgang Schäuble (der damals die Aushebelung der Grundgesetz-Präambel ermöglichte mit seiner Idee, uns über den Paragraphen 23 beitreten zu lassen), Wolfgang Thierse (letzter Vorzeigeossi in der Bundespolitik), Hubertus Knabe (der große Stasi-Ankläger von der gleichnamigen Gedenkstätte) sowie Ulrich Maurer von den Linken (ohne erkennbaren Bezug zum Thema, außer dass er im Vorstand der Linken sitzt).
Wolfgang Thierse hatte als einziger Recht, war aber zu höflich, das auch direkt auszusprechen: Der Begriff „Unrechtsstaat“ verbietet sich aus Gründen des guten Geschmacks (nicht etwa, weil er falsch wäre). Denn er dient offensichtlich nicht dazu, historische Aufklärung zu befördern, sondern im Gegenteil dazu, ein endgültiges Klischeeurteil zu etablieren, aus dem dann interessierte Kreise politischen Mehrwert schlagen können.
Schäuble selber ist das beste Beispiel – 1990 hat er bewiesen, dass ihm nicht sonderlich an den Ostdeutschen gelegen ist: eine Wiedervereinigung, bei der vielleicht das Zusammenleben neu organisiert, gar die Verfassung neu verhandelt worden wäre, wie es das Grundgesetz vorsah – das Zugeständnis waren wir ihm nicht wert. Und jetzt bedauert er unser Leiden unter dem SED-Regime. Danke! Wenn er Unfreiheit so schrecklich findet, warum bemüht er sich dann seit Jahren, sie hier im Westen zu beschneiden?
Und Hubertus Knabe, der ihm ungewollt assistiert und die sachlichen Argumente liefert, hat mich traurig gemacht: ein verirrter Mensch. Besessen von seiner Aufgabe, einer wirklich wichtigen und noblen Aufgabe (nämlich die Täter von damals an den Pranger zu stellen), verliert er den Überblick und die Bodenhaftung. Etwa wenn er die doch einfach nur kommerzielle Ostalgie-Welle für eine Beleidigung der Opfer hält. Das ist doch nun wirklich übertrieben und humorlos. „Peinlich“ ist die Ostalgie, meinte Thierse – das trifft es viel eher.
Langsam hab ich keine Lust mehr, über DDR-Themen zu diskutieren ...

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Dienstag, 21. April 2009
Ist das furchtbar - jetzt hab ich nun heute gar keine Zeit!
Deshalb ganz kurz:

1. ist der Zeitnehmer zu nennen, da er meine Initialzündung war: http://zeitnehmer.blogger.de/
Er wohnt bei mir in der Nachbarschaft, als unsere Wohnungsgenossenschaft einen Leseabend für Hobbyliteraten veranstaltete, trat er auf, ebenso wie ich. Von ihm hab ich den Hinweis auf blogger.de bekommen und es ihm nachgetan. Habe auch lange mit Freude seine Texte verfolgt, wobei mich die literarischen meist weniger beeindruckten als seine kurzen und klugen Kommentare zum eigenen Leben, insbesondere mit Kindern. Inzwischen schreibt er leider kaum noch. Vermutlich arbeitet er zu viel (als ob das ein Grund wäre! - das tu ich auch). Jedenfalls lauf ich jeden Morgen unter seinem Fenster vorbei, wenn ich meinen Sohn zum Kindergarten bringe - und wie schön es da aussieht, das könnt ihr auch auf seiner Seite sehen.

2. Wondergirl: http://wgirl.blogger.de/
Da les ich immer schon mit. Wondergirl studiert irgendwas Geisteswissenschaftliches, hat eine stressige Familie und schreibt ständig in ihrem Blog. Insofern nichts Ungewöhnliches. Da sie aber offenbar charakterlich wie auch was das Schreibtalent betrifft, etwas aus der Reihe fällt – liest sich das großartig. Manchmal etwas banal, manchmal interessiert mich das Jugendzeugs nicht, meistens aber: göttlich.

3. Göttlich ist auch „tief unten“, der Fotograf aus dem Ruhrgebiet: http://suentese.blogger.de/ Ich glaube, ich habe wenig Verständnis für seine techniklastige Kunstauffassung. Aber seine Fotos! Der fotografiert einfach dokumentarisch Straßenecken, Bahnübergänge, Hausfassaden – mit einem Minimalismus, dass es einem ans Herz geht. Und wenn er dann die Homepage von seinem Bäcker verlinkt, dann könnte man fast glauben, im Ruhrgebiet wär die Welt noch in Ordnung.

4. ist meine neue Entdeckung: http://mad.blogger.de/ Kann ich noch nicht viel drüber sagen, außer dass er äußerst sympathisch und klug schreibt, außerdem weckt er Heimatgefühle nach Bremen, wo ich zehn Jahre gelebt hat. Seine Texte sind – von den bisher erwähnten - am ehesten literarisch zu nennen: Man schmökert sie weg.

5. Lady Woodstock: http://atwoodstocks.blogger.de/ Sie schreibt über Filme – von daher schon muss ich mich manchmal auf ihrer Seite äußern. Und zwar schreibt sie äußerst erfrischend, nur leider find ich die Filme oft uninteressant. Sehr interessant dagegen, wenn sie über ihr Wessidasein im Osten des Landes schreibt – ein Höhepunkt und einer meiner Lieblingstexte überhaupt: ihre Schilderung eines Vorstellungsgesprächs (sie der Wessi-Chef –die andere eine junge Frau aus Straußberg): man lacht und weint gleichzeitig.

6. alle die anderen, die ihr wahrscheinlich auch alle lest.
· Frau Klugscheißer, die Stewardess mit ihren erbarmungslos tristen Hotelfensterausblicken aus aller Welt, die leider nur noch selten schreibt: http://smartass.blogger.de/
· Die dunkle Seite, die überall kommentiert und wahrscheinlich der Normalste von uns allen ist: http://mark793.blogger.de/
· unser aller Chef Don Alphonso find ich auch sehr nett: http://rebellmarkt.blogger.de/
· natürlich auch immer dabei: das hermetische Café: http://kid37.blogger.de/
· sowie dessen intellektuelle Variante: Jean Stubenzweig: http://stubenzweig.blogger.de/
· undsoweiterundsofort
... und jetzt hab ich meine Frau mit dem Planungsabend aber genug warten lassen ...

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Sonntag, 19. April 2009
Was haltet Ihr davon?
Unter http://stylespion.de/ein-fuer-blogs/3889/ ruft da jemand dazu auf, dass möglichst viele Leute am Dienstag gleichzeitig ihre Lieblingsblogs vorstellen. Wollt ich eigentlich mitmachen (da ich biher zu doof war, mir eine Blogroll zu installieren).

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