Freitag, 25. September 2026
Heute ein bisschen Whataboutism
damals, 14:37h
Die Berliner Politikerin Elif Eralp möchte demnächst ein wichtiges Staatsamt bekleiden. Zu Recht wird sie aufgefordert, vorher den Lobbyisten eines kriminellen Clans aus ihrem politischen Umfeld zu entfernen. Man muss sich schon entscheiden, für welche Seite man arbeitet.
Die Politikerin Katharina Reiche hat allerdings schon ein wichtiges Staatsamt inne. Doch soviel ich weiß, hat sie den Lobbyisten des berüchtigten Wirecard-Clans, Theodor zu Guttenberg, nicht aus ihrem Umfeld verbannt, ja sich nicht einmal öffentlich von ihm distanziert. Offenbar hat sie sich entschieden, für welche Seite sie arbeitet, ihrem Staatsamt zum Trotz.
Die Politikerin Katharina Reiche hat allerdings schon ein wichtiges Staatsamt inne. Doch soviel ich weiß, hat sie den Lobbyisten des berüchtigten Wirecard-Clans, Theodor zu Guttenberg, nicht aus ihrem Umfeld verbannt, ja sich nicht einmal öffentlich von ihm distanziert. Offenbar hat sie sich entschieden, für welche Seite sie arbeitet, ihrem Staatsamt zum Trotz.
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Mittwoch, 23. September 2026
Noch so ein Modewort ...
damals, 18:31h
... das noch kein Jahr im Umlauf ist, jedenfalls habe ich es nie vorher gehört: "kulturfremd". Ich frage mich, was das überhaupt sein soll - vielleicht, dass ein Mensch so wenig Kultur hat, dass er nichtmal eine Ahnung davon hat, wie viele Kulturen es gibt, wie stark sie ineinandergreifen und wie vielfältig solche Überlappungen und Begegnungen sein können - und dass ein solches Wort im politisch-juristischen Raum genau so fehl am Platze ist wie "Heimat", "Hobby", "Chillfaktor" und was dergleichen Freizeitwörter mehr sind.
Und doch hab ich das Wort sogar schon im Deutschlandfunk verwenden hören, ganz ohne Anführungszeichen. Bei der Erörterung einer AfD-Forderung zwar, aber kann ein Mensch mit Kultur eine solche Formulierung in den Mund nehmen?
Und doch hab ich das Wort sogar schon im Deutschlandfunk verwenden hören, ganz ohne Anführungszeichen. Bei der Erörterung einer AfD-Forderung zwar, aber kann ein Mensch mit Kultur eine solche Formulierung in den Mund nehmen?
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Dein Kassenbon ist dein Wahlzettel
damals, 18:20h
Heute komm ich mit dem Rad an einer Bücher-Verschenke-Kiste vorbei, bei der ich auch schon mal ein Buch mitgenommen habe. Heute sitzt eine Frau mit einer Tasche und einem Handy davor und googelt offenbar die Buchtitel, wohl um noch Verkaufbares zu entnehmen. Ich stoppe und sage: "Sie googeln doch nicht etwa hier die Buchtitel und die Verkaufspreise nach?!" Sie stritt natürlich alles ab.
Hinterher fiel mir ein, dass ich es selbst nicht viel besser mache: Ich stelle meine gelesenen Bücher nur ins Geschenkeregal, wenn sie online 2 Euro oder weniger bringen würden. Ich bin selbst ein Diener dieser Vermarktungsideologie, die alles kaputt macht, jede Freigiebigkeit, jede Freiheit.
Neulich fand ich am Laternenpfahl den Spruch: "Dein Kassenbon ist dein Wahlzettel."
Hinterher fiel mir ein, dass ich es selbst nicht viel besser mache: Ich stelle meine gelesenen Bücher nur ins Geschenkeregal, wenn sie online 2 Euro oder weniger bringen würden. Ich bin selbst ein Diener dieser Vermarktungsideologie, die alles kaputt macht, jede Freigiebigkeit, jede Freiheit.
Neulich fand ich am Laternenpfahl den Spruch: "Dein Kassenbon ist dein Wahlzettel."
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Freitag, 11. September 2026
11.09. und 09.11.
damals, 07:04h
Es gibt Leute, für die ist der 09.11. das entscheidende Datum, die Zäsur in ihrem Leben, die sie empfinden. Andere empfinden eher den 11.09. als diese Zäsur. Hoffen wir, dass das für die Jüngeren nur historische Daten sind, die das Ende einer Eltern- und Großelternwelt markieren, die kein ideologisches Erregungspotential mehr enthält.
(Ich meine natürlich den 09.11.1989, nicht die von 1848, 1918, 1923 oder 1938, denn die habe ich nicht erlebt. Hat eigentlich der 11.09. auch so viele Nebenbedeutungen?)
(Ich meine natürlich den 09.11.1989, nicht die von 1848, 1918, 1923 oder 1938, denn die habe ich nicht erlebt. Hat eigentlich der 11.09. auch so viele Nebenbedeutungen?)
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Mittwoch, 2. September 2026
Neues Modewort
damals, 11:25h
In letzter Zeit höre ich öfter, dass sich eine Sache so oder so darstellen lasse - oder eben nicht darstellbar sei, und zwar in Situationen, in denen man früher von denkbar oder durchführbar oder machbar gesprochen hätte oder davon, dass man dies oder jenes durchaus verstehen oder sogar tun könne. Oder auch nur, dass es der Wahrheit entspricht.
Ich kannte diese Formulierungen bisher nur aus dem Marketingbereich, in dem es ja nicht ums Verstehen geht, sondern die Darstellung die Fakten ersetzt.
Ein fatales Zeichen, finde ich.
Ich kannte diese Formulierungen bisher nur aus dem Marketingbereich, in dem es ja nicht ums Verstehen geht, sondern die Darstellung die Fakten ersetzt.
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Sonntag, 30. August 2026
Spekulative historische Vergleiche
damals, 23:03h
Viele fürchten sich vor der AfD, obwohl sie wissen, dass das zu klein gedacht ist: Die AfD, wie sie jetzt auftritt, ist nur Teil eines (gedanklich wie geografisch) größeren Problems.
Viele ziehen den Vergleich zur Machtergreifung Hitlers. Und natürlich drängt sich der Vergleich auf. Ich habe selbst gerade zufällig (im Bücherschrank der Ferienwohnung in meinem Urlaub) ein uraltes Buch von Sebastian Haffner in die Hände bekommen, der zu dem Thema (u.a.) schrieb, dass die Gruppe um Schleicher (zu der ganz am Rande auch Adenauer gehörte) schon Jahre vor 1933 plante, das demokratische System abzuschaffen, nur halt idealerweise ohne Hitler, ganz auf eigene Regie. Notfalls dann eben mit Hitler, und so kam es dann zur Katastrophe. Auf heute übertragen muss man also froh sein, dass Figuren wie Spahn und Kubicki gerade eher wenig zu melden haben.
Im Gespräch kamen wir auf einen ganz anderen historischen Vergleich: den zur Zeit um 1500. Damals kam das mittelalterliche System vom Gottesgnadentum als Herrschaftsform an seine Grenzen, die progressiven neuen Bewegungen (von den Hussiten bis zu den Calvinisten) waren aber keineswegs antireligiös, ja meist noch frommer – genauso wie die große Gegenbewegung, die Gegenreformation (man denke an die Jesuiten oder die Inquisition), ja keineswegs nur anachronistische Leute von vorgestern waren, sondern modernen Ideen durchaus aufgeschlossen. Nur eben waren sie verbissene Verteidiger des alten Machtsystems.
So auch heute: Das Machtsystem von Aufklärung und Kapitalismus kommt derzeit an seine Grenzen, wie damals der Papst kämpft heute die Fossilindustrie verbissen darum, die absolute Vormachtstellung zu erhalten. Ihr Leitmotiv ist das von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, wobei Freiheit und Gleichheit vor allem für die (weißen, männlichen) Brüder gelten, da diese ja traditionell die Bescheidwisser und Inhaber der Vernunft sind – sprachlich auf den Punkt gebracht hat das einst Ole von Beust, als er meinte, wenn er wisse, dass er Recht hat, dann setze er das gegebenenfalls auch gegen eine irrende Mehrheit durch.
Die Progressiven von heute sind ebenso aufgeklärt wie ihre Gegner, ja in der Regel noch frömmere Aufklärer: Sie wollen Freiheit und Gleichheit für alle Menschen, haben das rechtlich weitestgehend auch schon durchgesetzt, ja, manche gehen noch weiter und reden von Tierrechten, ja von Rechten der Schöpfung insgesamt.
Dagegen formiert sich im Moment eine große, internationale Gegenreformation. Diese Gegenreformation ist nicht antidemokratisch, nicht antiaufklärerisch, ganz im Gegenteil. Nur will sie eben, wie das im 18. – 19. Jahrhundert üblich war, die Demokratie, die Aufklärung ganz exklusiv der alten weißen männlichen Elite erhalten. Wenn die AfDler sich für Demokraten halten, dann ist das kein Betrug – sie glauben das wirklich, dass die Demokratie nur erhalten bleiben kann, wenn sie in ihren Händen bleibt, denn nur sie als altdeutsch vernünftige Bescheidwisser haben die nötige Vernunft – die von früher.
Hoffen wir, dass das Ganze nicht wie nach 1500 in furchtbaren Kriegen endet, ehe sich dann der unaufhaltsame Fortschritt doch noch durchsetzt.
Oder hoffen wir noch besser, dass das alles Blödsinn ist, was ich hier zusammenspintisiert habe.
Viele ziehen den Vergleich zur Machtergreifung Hitlers. Und natürlich drängt sich der Vergleich auf. Ich habe selbst gerade zufällig (im Bücherschrank der Ferienwohnung in meinem Urlaub) ein uraltes Buch von Sebastian Haffner in die Hände bekommen, der zu dem Thema (u.a.) schrieb, dass die Gruppe um Schleicher (zu der ganz am Rande auch Adenauer gehörte) schon Jahre vor 1933 plante, das demokratische System abzuschaffen, nur halt idealerweise ohne Hitler, ganz auf eigene Regie. Notfalls dann eben mit Hitler, und so kam es dann zur Katastrophe. Auf heute übertragen muss man also froh sein, dass Figuren wie Spahn und Kubicki gerade eher wenig zu melden haben.
Im Gespräch kamen wir auf einen ganz anderen historischen Vergleich: den zur Zeit um 1500. Damals kam das mittelalterliche System vom Gottesgnadentum als Herrschaftsform an seine Grenzen, die progressiven neuen Bewegungen (von den Hussiten bis zu den Calvinisten) waren aber keineswegs antireligiös, ja meist noch frommer – genauso wie die große Gegenbewegung, die Gegenreformation (man denke an die Jesuiten oder die Inquisition), ja keineswegs nur anachronistische Leute von vorgestern waren, sondern modernen Ideen durchaus aufgeschlossen. Nur eben waren sie verbissene Verteidiger des alten Machtsystems.
So auch heute: Das Machtsystem von Aufklärung und Kapitalismus kommt derzeit an seine Grenzen, wie damals der Papst kämpft heute die Fossilindustrie verbissen darum, die absolute Vormachtstellung zu erhalten. Ihr Leitmotiv ist das von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, wobei Freiheit und Gleichheit vor allem für die (weißen, männlichen) Brüder gelten, da diese ja traditionell die Bescheidwisser und Inhaber der Vernunft sind – sprachlich auf den Punkt gebracht hat das einst Ole von Beust, als er meinte, wenn er wisse, dass er Recht hat, dann setze er das gegebenenfalls auch gegen eine irrende Mehrheit durch.
Die Progressiven von heute sind ebenso aufgeklärt wie ihre Gegner, ja in der Regel noch frömmere Aufklärer: Sie wollen Freiheit und Gleichheit für alle Menschen, haben das rechtlich weitestgehend auch schon durchgesetzt, ja, manche gehen noch weiter und reden von Tierrechten, ja von Rechten der Schöpfung insgesamt.
Dagegen formiert sich im Moment eine große, internationale Gegenreformation. Diese Gegenreformation ist nicht antidemokratisch, nicht antiaufklärerisch, ganz im Gegenteil. Nur will sie eben, wie das im 18. – 19. Jahrhundert üblich war, die Demokratie, die Aufklärung ganz exklusiv der alten weißen männlichen Elite erhalten. Wenn die AfDler sich für Demokraten halten, dann ist das kein Betrug – sie glauben das wirklich, dass die Demokratie nur erhalten bleiben kann, wenn sie in ihren Händen bleibt, denn nur sie als altdeutsch vernünftige Bescheidwisser haben die nötige Vernunft – die von früher.
Hoffen wir, dass das Ganze nicht wie nach 1500 in furchtbaren Kriegen endet, ehe sich dann der unaufhaltsame Fortschritt doch noch durchsetzt.
Oder hoffen wir noch besser, dass das alles Blödsinn ist, was ich hier zusammenspintisiert habe.
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Montag, 3. August 2026
Firmen
damals, 21:42h
Wenn der Bundeskanzler autoritär seinen Willen durchsetzt, entgegnen ihm die Mit-Parteimitglieder, er könne eine Partei nicht führen wie eine Firma.
Und wenn Infantino autoritäre Gelüste kriegt, versucht er, die FIFA in eine Firma umzuteilen.
Ganz zu schweigen vom amerikanischen Präsidenten, dessen Familienfirma umso höhere Gewinne einfährt, je tiefer er sein Land in die K...e reitet.
Es scheint mir eindeutig: Firmen zu führen, wie eine Firma zu denken (also "wirtschaftlich vernünftig") bedeutet nichts anderes als: Nie wieder Mitbestimmung und Gewaltenteilung!
Und wenn Infantino autoritäre Gelüste kriegt, versucht er, die FIFA in eine Firma umzuteilen.
Ganz zu schweigen vom amerikanischen Präsidenten, dessen Familienfirma umso höhere Gewinne einfährt, je tiefer er sein Land in die K...e reitet.
Es scheint mir eindeutig: Firmen zu führen, wie eine Firma zu denken (also "wirtschaftlich vernünftig") bedeutet nichts anderes als: Nie wieder Mitbestimmung und Gewaltenteilung!
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Mittwoch, 24. Juni 2026
Wer trägt eigentlich welche Leistung?
damals, 09:32h
Über das Wort "Leistungsträger" hab ich mich hier schon mal vor längerer Zeit echaffiert.
Heute hörte ich ich noch einmal ausdrücklich Folgendes, und zwar vom Geschäftsführer des Arbeitgeberverbands Kampeter. Der Deutschlandfunk zitiert ihn so:
Die Vergangenheit habe gezeigt, dass es nicht die Mühseligen und Beladenen gewesen seien, die die Rente mit 63 in Anspruch genommen hätten. Vielmehr seien den Betrieben viele Leistungsträger verloren gegangen.
Demnach gibt es Menschen, die mühselig und beladen sind, weil sie ihr Leben lang die Last einer Erwerbsarbeit tragen, die körperlich anstrengend ist (wie zum Beispiel Handwerk oder bezahlte Care-Arbeit). Und andererseits gibt es Menschen, die nur eine "Leistung" tragen (zum Beispiel die Beaufsichtigung der Erwerbsarbeit anderer), was irgendwie viel weniger anstrengend ist.
Kampeter fragt sich zu Recht, warum letztere oft schon mit 63 in Rente gehen können. Man könnte sich auch fragen, mit welchem Recht sie auch großzügiger entlohnt werden.
Und dann gibt es ja noch die, die die ganze Wertschöpfung besitzen, die die Beladenen erbringen und deren Beaufsichtigung sie den Leistungsträgern überlassen. Diese Arbeit - zu besitzen - wird noch großzügiger belohnt. Während ein großer Teil der Care-Arbeit gar nicht entlohnt wird.
Aber das wissen wir ja alle und leben mit dieser Normalität.
Heute hörte ich ich noch einmal ausdrücklich Folgendes, und zwar vom Geschäftsführer des Arbeitgeberverbands Kampeter. Der Deutschlandfunk zitiert ihn so:
Die Vergangenheit habe gezeigt, dass es nicht die Mühseligen und Beladenen gewesen seien, die die Rente mit 63 in Anspruch genommen hätten. Vielmehr seien den Betrieben viele Leistungsträger verloren gegangen.
Demnach gibt es Menschen, die mühselig und beladen sind, weil sie ihr Leben lang die Last einer Erwerbsarbeit tragen, die körperlich anstrengend ist (wie zum Beispiel Handwerk oder bezahlte Care-Arbeit). Und andererseits gibt es Menschen, die nur eine "Leistung" tragen (zum Beispiel die Beaufsichtigung der Erwerbsarbeit anderer), was irgendwie viel weniger anstrengend ist.
Kampeter fragt sich zu Recht, warum letztere oft schon mit 63 in Rente gehen können. Man könnte sich auch fragen, mit welchem Recht sie auch großzügiger entlohnt werden.
Und dann gibt es ja noch die, die die ganze Wertschöpfung besitzen, die die Beladenen erbringen und deren Beaufsichtigung sie den Leistungsträgern überlassen. Diese Arbeit - zu besitzen - wird noch großzügiger belohnt. Während ein großer Teil der Care-Arbeit gar nicht entlohnt wird.
Aber das wissen wir ja alle und leben mit dieser Normalität.
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Mittwoch, 27. Mai 2026
Brüder im Geist
damals, 09:53h
Bei Frau Büüsker habe ich ich von einer aktuellen Abstimmung bei der UNO gelesen. Das Thema (Klimaschutz) fand ich jetzt nicht so spannend, da sie vermutlich eh folgenlos bleiben wird. Interessant ist aber die Liste der Staaten, die abgelehnt haben:
Belarus, Iran, Israel, Liberia, Russland, Saudi-Arabien, die USA und Yemen
Lassen Sie diese Aufzählung gern mal auf sich wirken und behalten Sie sie auf bei der Beurteilung aktueller geopolitischer Konflikte im Kopf.
Belarus, Iran, Israel, Liberia, Russland, Saudi-Arabien, die USA und Yemen
Lassen Sie diese Aufzählung gern mal auf sich wirken und behalten Sie sie auf bei der Beurteilung aktueller geopolitischer Konflikte im Kopf.
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Montag, 4. Mai 2026
Timmy ist nicht allein
damals, 20:03h
... denn ich habe im weiteren Bekanntenkreis einen Leidensgefährten von ihm entdeckt. Einen Menschen. Dessen Demenz so weit fortgeschritten ist, dass er nicht nur seine Umgebung nicht mehr erkennt, sondern nicht einmal mehr schlucken kann - er wird künstlich ernährt Seit längerer Zeit gibt er außer gelegentlicher Unruhe auch keine Lebenszeichen mehr von sich. Aber er wird von aufopferungsvollen Angehörigen und Pflegekräften am Leben erhalten. Sein Leben gerettet.
So sehen sie aus, diese sogenannten Rettungsmaßnahmen.
Hoffen wir, dass nichts mehr von seinem Leiden in sein Bewusstsein dringt. Dann immerhin könnte man den Lebenden ja ihr Spielzeug gönnen. (Aber irgendwie erinnert es doch an Folter, einem Menschen, der sich nicht mehr wehren kann, so etwas anzutun.)
Und Timmy, der das nun leider alles bei vollem Bewusstsein mitgekriegt hat, wünsche ich, dass sie ihn nicht mehr orten, dass er dem Rummel entflohen eine unbehelligte Stelle zum Sterben findet.
Und alles nur, weil Menschen ihre Selbstsucht mit Empathie verwechseln.
So sehen sie aus, diese sogenannten Rettungsmaßnahmen.
Hoffen wir, dass nichts mehr von seinem Leiden in sein Bewusstsein dringt. Dann immerhin könnte man den Lebenden ja ihr Spielzeug gönnen. (Aber irgendwie erinnert es doch an Folter, einem Menschen, der sich nicht mehr wehren kann, so etwas anzutun.)
Und Timmy, der das nun leider alles bei vollem Bewusstsein mitgekriegt hat, wünsche ich, dass sie ihn nicht mehr orten, dass er dem Rummel entflohen eine unbehelligte Stelle zum Sterben findet.
Und alles nur, weil Menschen ihre Selbstsucht mit Empathie verwechseln.
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Samstag, 25. April 2026
Ein wahrer Ossi
damals, 12:20h
Ich war am Dienstag im Schauspielhaus bei "Zukunft der Demokratie", diesmal ein Interview mit Steffen Mau. Das war natürlich großartig, und ich musste meinem Sohn zustimmen, dass das nochmal um eine ganze Ecke fundierter war als der ebenfalls sehr sympathische Ronen Steinke, der vor zwei Monaten in der Reihe aufgetreten war.
Was aber bemerkenswert war: Lukas Bärfuss, der Interviewer, begann das Interview, wie das so üblich ist, mit einer einleitenden Aufzählung der wissenschaftlichen Meriten des Gastes, um das Gespräch dann mit einer netten kleinen Provokation einzuleiten: "Sie sind ja auch selbst in der DDR aufgewachsen - also jetzt mal abgesehen von ihren Forschungen: So als Mensch, wie war das so, in einer Diktatur aufzuwachsen?"
Da verharrte Mau schreckhaft in banalster Einsilbigkeit und meinte nur: "Das war normal." und brachte auch zur Erklärung dieses Allgemeinplatzes nichts weiter vor als weitere Allgemeinplätze. Und erst später, als es um Fakten, um Strukturen, um intellektuell greifbare Zusammenhänge ging, da lief Mau zu Hochform auf, da ließ er sich von Bärfußens weiterhin brillierenden, dynamisierenden Fragen und Einwürfen zu lebendigem, klugem Reden verlocken.
Wie ich mich da wiedererkannt habe! "Ich" sagen ist für uns Ossis das Schwierigste.
Was aber bemerkenswert war: Lukas Bärfuss, der Interviewer, begann das Interview, wie das so üblich ist, mit einer einleitenden Aufzählung der wissenschaftlichen Meriten des Gastes, um das Gespräch dann mit einer netten kleinen Provokation einzuleiten: "Sie sind ja auch selbst in der DDR aufgewachsen - also jetzt mal abgesehen von ihren Forschungen: So als Mensch, wie war das so, in einer Diktatur aufzuwachsen?"
Da verharrte Mau schreckhaft in banalster Einsilbigkeit und meinte nur: "Das war normal." und brachte auch zur Erklärung dieses Allgemeinplatzes nichts weiter vor als weitere Allgemeinplätze. Und erst später, als es um Fakten, um Strukturen, um intellektuell greifbare Zusammenhänge ging, da lief Mau zu Hochform auf, da ließ er sich von Bärfußens weiterhin brillierenden, dynamisierenden Fragen und Einwürfen zu lebendigem, klugem Reden verlocken.
Wie ich mich da wiedererkannt habe! "Ich" sagen ist für uns Ossis das Schwierigste.
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