Mittwoch, 23. September 2026
Dein Kassenbon ist dein Wahlzettel
Heute komm ich mit dem Rad an einer Bücher-Verschenke-Kiste vorbei, bei der ich auch schon mal ein Buch mitgenommen habe. Heute sitzt eine Frau mit einer Tasche und einem Handy davor und googelt offenbar die Buchtitel, wohl um noch Verkaufbares zu entnehmen. Ich stoppe und sage: "Sie googeln doch nicht etwa hier die Buchtitel und die Verkaufspreise nach?!" Sie stritt natürlich alles ab.
Hinterher fiel mir ein, dass ich es selbst nicht viel besser mache: Ich stelle meine gelesenen Bücher nur ins Geschenkeregal, wenn sie online 2 Euro oder weniger bringen würden. Ich bin selbst ein Diener dieser Vermarktungsideologie, die alles kaputt macht, jede Freigiebigkeit, jede Freiheit.

Neulich fand ich am Laternenpfahl den Spruch: "Dein Kassenbon ist dein Wahlzettel."

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Ich finde es unproblematisch, seine gebrauchten Bücher zu verkaufen, warum nicht? Aber ethisch fragwürdig finde ich es, Bücher, die in einem Bücherschrank verschenkt werden, weiterzuverkaufen.

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