Mittwoch, 23. September 2026
Noch so ein Modewort ...
damals, 18:31h
... das noch kein Jahr im Umlauf ist, jedenfalls habe ich es nie vorher gehört: "kulturfremd". Ich frage mich, was das überhaupt sein soll - vielleicht, dass ein Mensch so wenig Kultur hat, dass er nichtmal eine Ahnung davon hat, wie viele Kulturen es gibt, wie stark sie ineinandergreifen und wie vielfältig solche Überlappungen und Begegnungen sein können - und dass ein solches Wort im politisch-juristischen Raum genau so fehl am Platze ist wie "Heimat", "Hobby", "Chillfaktor" und was dergleichen Freizeitwörter mehr sind.
Und doch hab ich das Wort sogar schon Im Deutschlandfunk verwenden hören, ganz ohne Anführungszeichen. Bei der Erörterung einer AfD-Forderung zwar, aber kann ein Mensch mit Kultur eine solche Formulierung in den Mund nehmen?
Und doch hab ich das Wort sogar schon Im Deutschlandfunk verwenden hören, ganz ohne Anführungszeichen. Bei der Erörterung einer AfD-Forderung zwar, aber kann ein Mensch mit Kultur eine solche Formulierung in den Mund nehmen?
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Dein Kassenbon ist dein Wahlzettel
damals, 18:20h
Heute komm ich mit dem Rad an einer Bücher-Verschenke-Kiste vorbei, bei der ich auch schon mal ein Buch mitgenommen habe. Heute sitzt eine Frau mit einer Tasche und einem Handy davor und googelt offenbar die Buchtitel, wohl um noch Verkaufbares zu entnehmen. Ich stoppe und sage: "Sie googeln doch nicht etwa hier die Buchtitel und die Verkaufspreise nach?!" Sie stritt natürlich alles ab.
Hinterher fiel mir ein, dass ich es selbst nicht viel besser mache: Ich stelle meine gelesenen Bücher nur ins Geschenkeregal, wenn sie online 2 Euro oder weniger bringen würden. Ich bin selbst ein Diener dieser Vermarktungsideologie, die alles kaputt macht, jede Freigiebigkeit, jede Freiheit.
Neulich fand ich am Laternenpfahl den Spruch: "Dein Kassenbon ist dein Wahlzettel."
Hinterher fiel mir ein, dass ich es selbst nicht viel besser mache: Ich stelle meine gelesenen Bücher nur ins Geschenkeregal, wenn sie online 2 Euro oder weniger bringen würden. Ich bin selbst ein Diener dieser Vermarktungsideologie, die alles kaputt macht, jede Freigiebigkeit, jede Freiheit.
Neulich fand ich am Laternenpfahl den Spruch: "Dein Kassenbon ist dein Wahlzettel."
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