Montag, 4. Mai 2026
Timmy ist nicht allein
damals, 20:03h
... denn ich habe im weiteren Bekanntenkreis einen Leidensgefährten von ihm entdeckt. Einen Menschen. Dessen Demenz so weit fortgeschritten ist, dass er nicht nur seine Umgebung nicht mehr erkennt, sondern nicht einmal mehr schlucken kann - er wird künstlich ernährt Seit längerer Zeit gibt er außer gelegentlicher Unruhe auch keine Lebenszeichen mehr von sich. Aber er wird von aufopferungsvollen Angehörigen und Pflegekräften am Leben erhalten. Sein Leben gerettet.
So sehen sie aus, diese sogenannten Rettungsmaßnahmen.
Hoffen wir, dass nichts mehr von seinem Leiden in sein Bewusstsein dringt. Dann immerhin könnte man den Lebenden ja ihr Spielzeug gönnen. (Aber irgendwie erinnert es doch an Folter, einem Menschen, der sich nicht mehr weheren kann, so etwas anzutun.)
Und Timmy, der das nun leider alles bei vollem Bewusstsein mitgekriegt hat, wünsche ich, dass sie ihn nicht mehr orten, dass er dem Rummel entflohen eine unbehelligte Stelle zum Sterben findet.
Und alles nur, weil Menschen ihre Selbstsucht mit Empathie verwechseln.
So sehen sie aus, diese sogenannten Rettungsmaßnahmen.
Hoffen wir, dass nichts mehr von seinem Leiden in sein Bewusstsein dringt. Dann immerhin könnte man den Lebenden ja ihr Spielzeug gönnen. (Aber irgendwie erinnert es doch an Folter, einem Menschen, der sich nicht mehr weheren kann, so etwas anzutun.)
Und Timmy, der das nun leider alles bei vollem Bewusstsein mitgekriegt hat, wünsche ich, dass sie ihn nicht mehr orten, dass er dem Rummel entflohen eine unbehelligte Stelle zum Sterben findet.
Und alles nur, weil Menschen ihre Selbstsucht mit Empathie verwechseln.
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arboretum,
Montag, 4. Mai 2026, 22:09
Dieser Mensch hat vermutlich keine Patientenverfügung gemacht, die künstliche Ernährung bei fortgeschrittener Demenz ausschließt.
Es ist auch für Vorsorgebevollmächtige nicht so einfach, den Willen der betroffenen Person zu ermitteln und zu entscheiden, wenn der unklar ist oder sich An- und Zugehörige widersprechen.
Ethische Fallbesprechung: Künstliche Ernährung bei Demenz
24/7-Pflege ist unglaublich anstrengend, sind Sie sicher, dass dieser Mensch mit Demenz Spielzeug der Lebenden ist? Womöglich kann da jemand nicht loslassen. Es gibt Angehörige, die rufen sogar in der Sterbephase noch den Notarzt.
Es ist auch für Vorsorgebevollmächtige nicht so einfach, den Willen der betroffenen Person zu ermitteln und zu entscheiden, wenn der unklar ist oder sich An- und Zugehörige widersprechen.
Ethische Fallbesprechung: Künstliche Ernährung bei Demenz
24/7-Pflege ist unglaublich anstrengend, sind Sie sicher, dass dieser Mensch mit Demenz Spielzeug der Lebenden ist? Womöglich kann da jemand nicht loslassen. Es gibt Angehörige, die rufen sogar in der Sterbephase noch den Notarzt.
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damals,
Montag, 4. Mai 2026, 23:21
Ja, das mit dem Spielzeug der Lebenden war natürlich polemisch überspitzt. Tatsache ist natürlich, wie Sie richtig formulieren, dass da jemand nicht loslassen kann. Das heißt aber auch, dass die Entscheidung hier nach den Interessen der Lebenden getroffen wird.
Denn soviel ich weiß, gibt es natürlich keine Patientenverfügung, und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ein intelligenter Mensch das ernsthaft verfügen könnte, dass er so, fühllos, weiter dahinvegetiert. Das kann nur ein Angehöriger wollen, der in seinem Schmerz nicht einsehen kann, dass er den geliebten Menschen unwiederbringlich verloren hat (auch wenn der vielleicht noch atmet).
Wie dem auch sei, ich bewundere Ihre Fähigkeit, zu jedem Thema den passenden Link parat zu haben.
Ich habe nur die eigene Erfahrung: Als meine Mutter nicht mehr schlucken konnte, wollte sie auch nicht mehr essen, und da es keine Patientenverfügung gab, entschieden wir Kinder, die Magensonde nicht legen zu lassen. Ich bin sicher, dass es in ihrem Sinne gewesen wäre, dazu äußern konnte sie sich nicht mehr.
Denn soviel ich weiß, gibt es natürlich keine Patientenverfügung, und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ein intelligenter Mensch das ernsthaft verfügen könnte, dass er so, fühllos, weiter dahinvegetiert. Das kann nur ein Angehöriger wollen, der in seinem Schmerz nicht einsehen kann, dass er den geliebten Menschen unwiederbringlich verloren hat (auch wenn der vielleicht noch atmet).
Wie dem auch sei, ich bewundere Ihre Fähigkeit, zu jedem Thema den passenden Link parat zu haben.
Ich habe nur die eigene Erfahrung: Als meine Mutter nicht mehr schlucken konnte, wollte sie auch nicht mehr essen, und da es keine Patientenverfügung gab, entschieden wir Kinder, die Magensonde nicht legen zu lassen. Ich bin sicher, dass es in ihrem Sinne gewesen wäre, dazu äußern konnte sie sich nicht mehr.
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arboretum,
Dienstag, 5. Mai 2026, 11:34
Sie haben sicherlich richtig entschieden, aber den Mut, solche Entscheidungen zu treffen, haben nicht alle. Ärzt:innen sind dabei auch nicht immer eine Hilfe, nicht alle nehmen sich die Zeit, mit den Angehörigen darüber zu sprechen und sie aufzuklären.
Meine Mutter hat zum Glück eine Patientinnenverfügung, ich bin mir auch sicher, sie würde keine Magensonde wollen.
Meine Mutter hat zum Glück eine Patientinnenverfügung, ich bin mir auch sicher, sie würde keine Magensonde wollen.
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sid,
Mittwoch, 6. Mai 2026, 03:14
Wir haben die auch, aus den oben genannten Gründen und schon allein, damit ich nichts Endgültiges entscheiden muß.
Wir haben das in der Familie auch bereits verschieden erlebt...
Wir haben das in der Familie auch bereits verschieden erlebt...
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damals,
Samstag, 9. Mai 2026, 01:22
Sehr vernünftig.
Bei uns war es so: Ich als im Sozialbereich Tätiger war unter den Kindern am ehesten mit der Gesetzeslage vertraut und regte an, dass meine Eltern Vollmachten mit Patientenverfügung ausstellen. Meine Eltern sahen das auch ein, nur beim Thema Gesundheit (Die Kinder sollen darüber entscheiden, ob er als alter Mann ans Bett gefesselt werden könnte?) stutzte mein Vater und sagte: "Das klammern wir mal aus, das entscheiden wir später." Meine Mutter schloss sich wie üblich der Meinung meines Vaters an. Und "später" heißt, wie jeder weiß, "nie".
Dann kam es, wie der Hausarzt vorausgesagt hatte: Meine demente Mutter stürzte irgendwann ganz übel, im Krankenhaus stand ihr Leben einen Moment lang auf der Kippe, und es gab keine Patientenverfügung. Meine vor Ort lebende Schwester raste ins Krankenhaus und übernahm den Job einer Betreuerin. ("Ich versteh das nicht", soll der Arzt zu ihr gesagt haben, "Sie dürfen über Haus und Hof Ihrer Eltern verfügen, aber in puncto Gesundheit haben Sie keinerlei Befugnis?")
Danach lebte meine Mutter noch gut zwei Jahre. Es war eine hochstressige Zeit, in der auch ich Pflegekräfte organisierend und auch selbst pflegend ziemlich viel zu tun hatte. Es war aber auch eine Zeit, in der ich noch einmal sehr intensiv in Kontakt mit meiner Mutter kam, in der wir uns emotional noch einmal sehr nahe kamen. Im Rückblick möchte ich die Zeit nicht missen.
Meine Schwester meinte nach ihrem Tod: Wenn es mit rechten Dingen zugegangen und ihre Vorstellungen rechtzeitig in einer Patientenverfügung festgehalten worden wären, dann wäre sie nach ihrem Sturz nicht wiederbelebt worden und einfach gestorben. Sie hätte sich und uns viel Stress erspart.
Ich sehe das anders, ich denke viel an die schönen letzten beiden Jahre mit ihr zurück: die Spaziergänge, die zunehmend irrationalen Nonsensgespräche und wie ich ihr beim Ausziehen geholfen und sie ins Bett gebracht habe. Vielleicht ist das egoistisch, denn sie war in der Zeit nicht glücklich, sie litt sehr unter ihrer Verwirrung, die sie nicht verstand. Andererseits hatte sie auch noch Freude, vor allem, wenn sie Blumen, Bäume oder Vögel beobachtete oder "das Hundchen" der Nachbarn.
Wer weiß schon, was richtig ist.
Bei uns war es so: Ich als im Sozialbereich Tätiger war unter den Kindern am ehesten mit der Gesetzeslage vertraut und regte an, dass meine Eltern Vollmachten mit Patientenverfügung ausstellen. Meine Eltern sahen das auch ein, nur beim Thema Gesundheit (Die Kinder sollen darüber entscheiden, ob er als alter Mann ans Bett gefesselt werden könnte?) stutzte mein Vater und sagte: "Das klammern wir mal aus, das entscheiden wir später." Meine Mutter schloss sich wie üblich der Meinung meines Vaters an. Und "später" heißt, wie jeder weiß, "nie".
Dann kam es, wie der Hausarzt vorausgesagt hatte: Meine demente Mutter stürzte irgendwann ganz übel, im Krankenhaus stand ihr Leben einen Moment lang auf der Kippe, und es gab keine Patientenverfügung. Meine vor Ort lebende Schwester raste ins Krankenhaus und übernahm den Job einer Betreuerin. ("Ich versteh das nicht", soll der Arzt zu ihr gesagt haben, "Sie dürfen über Haus und Hof Ihrer Eltern verfügen, aber in puncto Gesundheit haben Sie keinerlei Befugnis?")
Danach lebte meine Mutter noch gut zwei Jahre. Es war eine hochstressige Zeit, in der auch ich Pflegekräfte organisierend und auch selbst pflegend ziemlich viel zu tun hatte. Es war aber auch eine Zeit, in der ich noch einmal sehr intensiv in Kontakt mit meiner Mutter kam, in der wir uns emotional noch einmal sehr nahe kamen. Im Rückblick möchte ich die Zeit nicht missen.
Meine Schwester meinte nach ihrem Tod: Wenn es mit rechten Dingen zugegangen und ihre Vorstellungen rechtzeitig in einer Patientenverfügung festgehalten worden wären, dann wäre sie nach ihrem Sturz nicht wiederbelebt worden und einfach gestorben. Sie hätte sich und uns viel Stress erspart.
Ich sehe das anders, ich denke viel an die schönen letzten beiden Jahre mit ihr zurück: die Spaziergänge, die zunehmend irrationalen Nonsensgespräche und wie ich ihr beim Ausziehen geholfen und sie ins Bett gebracht habe. Vielleicht ist das egoistisch, denn sie war in der Zeit nicht glücklich, sie litt sehr unter ihrer Verwirrung, die sie nicht verstand. Andererseits hatte sie auch noch Freude, vor allem, wenn sie Blumen, Bäume oder Vögel beobachtete oder "das Hundchen" der Nachbarn.
Wer weiß schon, was richtig ist.
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