Dienstag, 13. Juni 2017
An ihren Werbesprüchen sollt ihr sie erkennen ...
In Ottensen steht ein Bürogebäude, das ist für lokalpolitisch Interessierte ein Hassobjekt ersten Grades. Wenn man arglos daran vorbeifährt, fragt man sich, wieso, denn es sieht nicht besser und nicht schlechter aus als andere Häuser, die heute so gebaut werden. Wer weiß schon, dass hier eigentlich Wohnungen gebaut werden sollten? Das aber konnte eine Investitionsfirma mit so legalen wie unfairen Mitteln verhindern, um die besagten Büros zu errichten, da diese eine höhere Rendite versprachen. Man versuchte es der Bevölkerung mit der Behauptung schmackhaft zu machen, hier werde Platz für „Kreativjobs“ entstehen.
Da aber in Ottensen nichts die Kreativität so sehr lähmt wie der Gewinn, der sich mit dem Verzicht auf sie erzielen lässt, hat man das Haus sicherheitshalber an eine Versicherung weiterverkauft.
Mir jedenfalls fällt morgens beim Vorbeiradeln zur Arbeit auf, dass als Erstes ein Imbiss darin eröffnet hat, namens „Kaiserwetter“ – ein Begriff, den man zuletzt um 1910 positiv besetzt gehört hat – aus dem Munde konservativer Nationalisten. Für wen bedeutet ein „Lunchpaket“ von „Kaiserwetter“ das besondere Flair des Quartiers?

P.S. Und ein paar Meter weiter, in St. Pauli, haben die Werber die Auslandseinsätze der Bundeswehr kommentiert, indem sie eine Fregatte mit folgendem Spruch verzierten:

Auch nicht schlecht.

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